Bestraf mich SM
Das Schöne an SM-Praktiken ist, dass sie ein geiler Zeitvertreib mit schier unendlichen Möglichkeiten sind. Damit meine ich, dass du dir nach Belieben Zeit dafür nehmen kannst – eine Stunde oder zwölf, aber auch ein ganzes Wochenende –, und es muss nicht eine Sekunde langweilig sein. Wenn du also keine Lust hast, immer nur kurze Nummern zu schieben oder die gängigen Sexpraktiken – Ficken, Lecken, Blasen – immer zu wiederholen, die sich nach spätestens ein bis zwei Stunden in der Regel doch erledigt haben, dann sei dir der Einstieg wärmstens empfohlen.
Hat es dich erregt, wenn ein Partner dich mal ein kleines bisschen gröber rangenommen hat?
Wahrscheinlich hast du sowieso schon manche Gelegenheit genutzt, um den Ablauf der einen oder anderen Sexnummer in Richtung SM zu bringen, bewusst oder unbewusst. Mal deinem Partner in die knackigen Backen gebissen? Mal seine Hände festgehalten, sie vielleicht sogar gefesselt? Oder die Augen verbunden, seinen Kopf ins Kissen gedrückt, ihm eine Anweisung lustvoll zugerufen? Alles SM.Hat es dich erregt, wenn ein Partner dich ein bisschen gröber rangenommen hat? Wenn er dir mit heißem Atem ein paar schmutzige Worte ins Ohr geraunt hat? Hast du ihn angefleht, dich endlich zu ficken? Alles SM.Oder kennst du solche Situationen noch nicht? Fragst du dich vielleicht, was „SM“ eigentlich ist?
Bestraf mich!
Nein, du musst keinen Profi engagieren, der dich einführt, obwohl das sicher keine schlechte Idee ist. Du musst auch keinen Sklavenkeller haben oder dich im Internet verzweifelt nach Meistern umsehen, die es dir so richtig besorgen. Viel besser und viel einfacher: Du tastest dich vor. Damit setze ich voraus, dass du ein Sexleben hast, egal ob mit wechselnden oder demselben Partner. Männer sind glücklicherweise recht spielfreudig, darum kannst du so ziemlich alles antesten, was dich reizen könnte. Dabei müssen dir auch etwas ausgefallenere Wünsche nicht peinlich sein.
Nein, du musst keinen Profi engagieren, und du musst auch keinen Sklavenkeller haben!

Ob es dann weitergeht, entwickelt sich je nach Partner und Situation, aber zumindest wirst du nach und nach merken, was bestimmte Spielarten mit dir und deinem Partner machen – oder auch nicht. Notfalls spült ein freches oder herzliches Lachen die Unsicherheit nach einem missglückten Versuch davon. Auch musst du nicht sofort wissen, welche Rolle du bei SM-Sex am liebsten einnehmen willst. Ein festerer Klaps auf den Hintern outet dich noch nicht als Spanking-Liebhaber. Ebenso wenig ein Griff an die Eier oder ein Biss in den Nippel als Sadist. Wenn du mal an einem Zeh nuckelst, heißt das noch lange nicht, dass du Fußfetischist bist. So ist es mit allen Spielarten, die zum SM-Bereich gezählt werden.

In „Bestraf mich“ geht es vor allem um spielerischen SM, im Besonderen darum, das sexuelle Abenteuer mit einem anderen Mann zeitlich und gefühlstechnisch auf eine andere Ebene zu bringen. Das passiert vor allem im Gehirn, dem größten Sexualorgan – denn hier laufen all die verschiedenen Reize zusammen, die einen geilen Fick ausmachen. Zeit ist ein wichtiger Faktor, sowohl bei der einzelnen Sexnummer, als auch in puncto kommender Session mit demselben Partner. Der Kick am SM ist vor allem der Ablauf, das ganze Drumherum – nicht der Sex an sich.
Es geht darum sich kennenlernen, Reize zu erkunden, Grenzen zu erforschen, Rituale zu entwickeln …

Sich kennenlernen, Reize erkunden, Grenzen erforschen, Rituale entwickeln – das erfordert mehr als nur eine gemeinsame Nacht, auch wenn sie noch so hemmungslos und lustvoll war. Die Vorfreude auf ein kommendes Date, bei dem bestimmte Abläufe schon vorbestimmt sind, oder sie vielleicht auch nur zu erahnen, kann sehr anregend sein. Hast du dir dann mit einem Partner ein Repertoire angeeignet, steht stunden- oder sogar tagelangem geilen Spaß nichts mehr entgegen.
Bestraf mich!
Ein besonderes Element beim SM ist der Schmerz. Die Empfindung von Schmerz ist absolut subjektiv, das heißt: für jeden anders. Schon ein Minimum an Schmerzreiz kann Wirkung zeigen, etwa ein Eiswürfel am Nippel oder ein Klaps auf den Po. Das hast du vielleicht schon erlebt. Kann sein, dass du das bestenfalls als albern empfunden hast. Probier mal, das anders zu sehen. Beim SM darf zwar auch gelacht werden, aber tiefe sexuelle Lust verlangt nach Ernsthaftigkeit. Das Spiel mit den verschiedenen Schmerzgraden ist spannend und erregend und wird beim SM zelebriert. Das Warten auf den Schmerz. Die Ankündigung. Der Vollzug. Die geistige Anspannung während des Vorgangs – oder den wiederholten Vorgängen – kann einen regelrecht high machen. Die vermehrte Ausschüttung der Hormone Adrenalin und Endorphin sorgt dafür. Schon mal erlebt? Ich schon. Mehrfach.
Schon ein Minimum kann Wirkung zeigen: ein Eiswürfel am Nippel oder ein Klaps auf den Po.
SM-Praktiken gehören bei mir nicht als Pflichtprogramm zum Sex dazu, aber ich halte mir die Möglichkeit offen, abhängig von Partner, Laune und Situation. Natürlich habe auch ich meine persönlichen Grenzen, wie jeder von uns – und über meine Grenzen hinaus kann ich mir nur vorstellen, was anderen Männern, die noch viel tiefer in das Thema eintauchen, Lust bereitet und warum. Trotzdem bin ich mir sicher, dass es noch unzählige Aspekte von SM gibt, die sich mir verschließen, weil sie mir schlicht noch nicht in den Sinn gekommen sind. Dazu gehören bestimmt auch viele Varianten, die mir selbst gefallen könnten, darum freue ich mich immer über Inspiration. Und natürlich hoffe ich sehr, auch dich inspirieren zu können!
Stefan Müller
 
Bestraf mich!
Stefan Müller
Bestraf mich – Mehr Spaß mit SM
Bruno Gmünder, 2016
Ratgeber, 176 Seiten
€ 16,99


 

Unsere Tipps für dein SM-Spielzeugland

 

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