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Heimliche Küsse

von Didier Bivel
Jugendschutz: FSK 12

Das ist die Geschichte von „Heimliche Küsse“: Nathan ist 16, der Neue an der Schule und lebt allein mit seinem Vater, dem Polizisten Stéphane. Gerade angekommen, sorgt der Teenager schon für einen handfesten Skandal: er wird bei einem Kuss mit einem anderen Jungen auf einer Party beobachtet und fotografiert. Als das Bild bei Facebook hochgeladen wird, beginnt ein gnadenloses Spießrutenlaufen. Wer war der andere Junge? Das Rätselraten geht Hand in Hand mit zunehmend handgreiflichen Anfeindungen seitens seiner Mitschüler. Vater Stéphane ist ratlos und zunächst schockiert, dass ausgerechnet sein Sohn schwul sein soll. Als sich herausstellt, dass der andere Junge ausgerechnet der Junior Boxer Louis ist, gerät die Welt aller Beteiligten zunächst aus den Fugen. Louis‘ Eltern unternehmen alles in ihrer Macht Stehende, um ihren Sohn auf den ‚rechten‘ Weg zurück zu führen. Stéphane und Nathan sind nun gefordert. Wird es bei heimlichen Küssen bleiben, oder wird sich diese erste große Liebe ihren Weg bahnen?

Die wohl großartigste schauspielerische Leistung in „Heimliche Küsse“ liefert der 57-jährige Patrick Timsit ab, der vor 20 Jahren in der erfolgreichen Romantik-Komödie „Auch Männer mögen’s heiß!“ mit von der Partie war und damals – genau wie jetzt sein „Filmsohn“ Nathan – für eine schwule Rolle besetzt wurde. Als Nathans Vater Stéphane zieht Patrick Timsit sämtliche schauspielerischen Register, ohne jemals zu dick aufzutragen; er beherrscht die verhaltenen, die hintergründigen, die leisen Töne ebenso wie die das extrovertiert-leidenschaftliche Spiel. Die beiden noch sehr jugendlichen Hauptdarsteller Bérenger Anceaux (als Nathan) und Jules Houplain (das supersüße Objekt von Nathans Begierde) überzeugen ebenfalls über weite Strecken, können aber, was ihre darstellerische Leistung betrifft, durchaus noch ein paar Jahre reifen. Talent für eine Filmkarriere ist offensichtlich bei beiden Jungdarstellern vorhanden.

Die Regie von Didier Bivel und das Drehbuch von Jérôme Larcher lassen selbst die Darsteller der Nebenfiguren – wie zum Beispiel Nathans Lehrer (grandios: Luka Quinn) und seiner lesbische Kollegin (Catherine Jacob) – zu ganz großer Form auflaufen. Schon die Geschichten dieser beiden Charaktere ergäbe Stoff für jeweils einen eigenen Film. Sensationell auch die Kamera von Claude Garnier, dem Filmliebhaber bekannt für seine großartige Kameraarbeit in Kino-Highlights wie „Man muss mich nicht lieben“, „Eine einmalige Chance“ und „Swing“. Die wunderschöne und einfühlsame Filmmusik des im vergangenen Jahr im Alter von erst 41 Jahren verstorbenen Komponisten François-Eudes Chanfrault macht „Heimliche Küsse“ vollends zu einen wirklich gelungenen Gesamtkunstwerk des kleinen, aber feinen schwulen Kinos.

Pressestimmen:

  1. ‚“Berührt mit einer herrlich klischeebefreiten Besetzung und ist durch die großartigen Darbietungen der Schauspieler unfassbar authentisch und bewegend – brillant.“ queer.de
  2. „Ein sehr gelungener Film über’s Coming Out und Homophobie. Authentisch, gut gespielt und realitätsnah umgesetzt. Sehr empfehlenswert.“ worldofmovies.net
  3. „Durch und durch authentisch und frei von jeglichem Kitsch. Ein sehr glaubwürdiger Film mit zwei Hauptdarstellern zum Verlieben.!“ omegabetazeta.de

Bilder aus „Heimliche Küsse“

Trailer

Jetzt auf DVD

Sprache: Französisch
Untertitel: Deutsch
Spielfilm Genre: Drama
Laufzeit: 88 min
Regie: Didier Bivel
Darsteller: Patrick Timsit, Bruno Putzulu, Barbara Schulz, Jules Houplain, Catherine Jacob, Bérenger Anceaux, Luka Quinn
Erschienen: 24.02.2017
Studio: PRO-FUN MEDIA Home Entertainment
Bildformat: 16:9
Tonformat: Dolby Digital