dream boat die schwulste kreuzfahrt der welt

 

Ein Film von Tristan Ferland Milewski über eine Kreuzfahrt für schwule aus aller Herren Länder.

Einmal im Jahr sticht das DREAM BOAT in See – eine Kreuzfahrt allein für schwule Männer. Fernab von familiären und politischen Restriktionen begleiten wir fünf Männer aus fünf Ländern auf der Suche nach ihren Träumen. Die sieben Tage auf See versprechen Liebe und Freiheit unter südlicher Sonne, doch mit im Gepäck reist auch die persönliche Vergangenheit.

Trailer

 

Es regnet Männer. Sie kommen aus 89 Nationen und treiben auf einem Kreuzfahrtschiff im Mittelmeer: Sonne, Meer, nackte Haut und viel Testosteron. Der Countdown läuft für sieben Tage Jagd nach Liebe, Glück und ewiger Jugend: das Versprechen des Traumschiffs für schwule Männer.

Schon Monate vorher fiebern die Passagiere dieser Reise entgegen. Sie stählen ihre Körper, statten sich mit Push-Up-Badehosen, sexy Outfits und glamourösen Kostümen aus. Für die Männer ist die Fahrt auf dem DREAM BOAT eine Befreiung von politischen, sozialen oder inneren Restriktionen. Tag und Nacht, Zeit und Raum verschmelzen im Rhythmus der Partymusik.

Im Schwebezustand dieser traumhaften Reise werden die Protagonisten umso härter mit ihrer eigenen Realität konfrontiert. Durch die paradiesische Oberfläche scheinen grundlegende Themen ihres Lebens: die Frage nach Lebensentwürfen im Alter, Familie, der Wunsch nach Zugehörigkeit, die Suche nach Selbstakzeptanz und Liebe. Sie werden mit dem Körperkult der schwulen Community konfrontiert und spüren, dass man sich auch zwischen 3.000 potenziellen Partnern ziemlich einsam fühlen kann. So wird die Urlaubsreise für manche ganz unerwartet zur inneren Odyssee, einer Reise zum eigenen Kern.

Wir begleiten fünf Männer aus fünf Ländern, die ihrem Alltag entfliehen. Sie kommen aus Polen, Palästina, Indien, Frankreich und Österreich. Für einige von ihnen ist es gefährlich, in ihren Heimatländern so zu leben, wie sie sind. Im Dickicht athletischer Körper suchen sie nach der großen Liebe, nach Freiheit und einer erfüllten Zukunft. Wie viele Hoffnungen wird das DREAM BOAT am Ende erfüllen können?

Die Jungs:

Marek, 24, aus Polen, hat dank seines trainierten Körpers äußerlich alles, um auf dem Männermarkt zu bestehen. Die große Liebe hat er aber noch nicht gefunden – das soll sich auf der Kreuzfahrt nun ändern. Doch im Dickicht der Inszenierungen von Männlichkeit und Sexualität sind die wahren Gefühle für ihn kaum greifbar: „Ich wünsche mir jemanden, der mich als Person liebt, und nicht als Produkt aus dem Supermarkt betrachtet“, sinniert Marek alleine nach einer durchfeierten Nacht.

Dipankar, 32, aus Indien, drohte bis vor zwei Jahren noch eine arrangierte Ehe. Dann begann er zu seiner Homosexualität zu stehen, doch eine Beziehung hatte er noch nie. In seiner aktuellen Heimat, Dubai, steht auf homosexuelle Handlungen eine Gefängnisstrafe. Auf dem DREAM BOAT wähnt Dipankar nun seinen Traummann. Voller Euphorie stürzt er sich ins Geschehen – doch das Männlichkeitsideal der Gay Community wird für ihn zu einem immer enger werdenden Korsett und die Frage nach der Selbstakzeptanz immer größer: „Niemals habe ich mich einsam gefühlt. Niemals. Bis ich auf diese Reise kam.“

Der Franzose Philippe, 47, sitzt seit rund 20 Jahren im Rollstuhl. Zu seinen Eltern hat er keinen Kontakt mehr, zu Fremden findet er nur schwer Zugang. Umso wichtiger sind die langjährige Beziehung zu seinem Partner und seine schwule Ersatzfamilie. Auf dem DREAM BOAT genießt er seine Zugehörigkeit und fragt sich dennoch, ob er in diese körperbetonte Welt überhaupt jemals reinpassen wird.

Ramzi, 31, wurde in seiner Heimat Palästina wegen seiner Homosexualität von der Polizei verfolgt. Um seine Familie zu schützen, flüchtete er nach Belgien und stand vor dem Nichts. Mittlerweile lebt er in einer liebevollen Beziehung, die durch Höhen und Tiefen gegangen ist. Sogar die Krebserkrankung seines Partners hat er mit ihm durchgestanden. Das DREAM BOAT ist für sie ein Urlaub als Paar, bevor die nächste Herausforderung ansteht. Der Besuch von Ramzis Familie in Palästina – diesmal zusammen mit seinem Partner.

Martin, 42, aus Österreich, tanzt als Fotograf auf dem DREAM BOAT in der ersten Reihe und genießt den Hedonismus und die freie Liebe in vollen Zügen. „Ich bin schwul, ich konnte mir das nicht aussuchen – ich hatte Glück“, meint er schmunzelnd. Dass er heute mitten im Leben steht, konnte er sich als junger Mann nicht vorstellen. Martin ist HIV positiv und gibt Perspektiven auf einen zeitgemäßen Umgang mit dem Virus – ohne Stigma, Ängste und Opferrolle.

Ab 13. Juli im Kino

Darteller: Dipankar, Marek, Martin Darling, Philippe, Ramzi
Regie: Tristan Ferland Milewski
Spielfilm Genre: Dokumentation
Musik: My Name is Claude
Kinostart: 13.07.2017
Producer: Christian Beetz
Produziert: Gebrüder Beetz Filmproduktion
Co Produktion: ZDF in kooperation mit Arte
Unterstützt von: Filmförderungsanstalt FFA, Medienboard Berlin-Brandenburg, Deutscher Filmförderfonds DFFF, Der Beauftragten der Bundesregierung, für Kultur und Medien BKM