Jung, bunt und voller Leidenschaft!

 

Du magst es jung und bunt? Du bist ein temperamentvoller Typ und zeigst das gerne? Dann ist die Fashion von JOR für dich gemacht! Mit JOR zeigst du südamerikanische Leidenschaft – kein Wunder, denn das Label ist in Kolumbien zu Hause. Der Mann, der hinter JOR steht. Er heißt Javier Ortega, sieht echt gut aus und hat sich schon als kleiner Junge für Fashion interessiert. In diesem Exklusiv-Interview für Brunos Magazin erzählt er seine Geschichte – vom Underwear-Model zu einem der bekanntesten kolumbianischen Modemacher!

INTERVIEW:

Was  bedeutet JOR eigentlich genau?

JOR steht für die drei Initialen meines kompletten Namens: Javier Ortega Roldan.

Wann nahm deine Faszination für Mode ihren Anfang?

Mode faszinierte mich schon, als ich noch ein kleiner Junge war. Ich war vielleicht zehn Jahre alt, als ich anfing, einzelne Kleidungsstücke zu verändern, die mir meine Eltern gekauft hatten. Ich wollte sie schöner machen. Das erste, was ich dann als „richtiger“ Designer gemacht habe, war eine Jeans-Kollektion.

Wie bist du auf die Idee gekommen, dein eigenes Modelabel zu gründen?

Während meines Studiums habe ich als Underwear-Model gearbeitet. Und nach meinen Uni-Abschluss begann ich, bei einem kolumbianischen Jeanshersteller zu arbeiten, für insgesamt fünf Jahre. Mein damaliger Boss war ein ganz fantastischer Typ, ich habe unglaublich viel von ihm gelernt. Dadurch bekam ich gewissermaßen das Know-how, um mein eigenes Label auf die Beine zu stellen; die Leidenschaft für Mode – vor allem für Underwear – hatte ich ja schon viel länger. Mit 27 war ich dann soweit: Ich hatte mein eigenes Modelabel!

Was macht das Besondere an JOR aus?

JOR ist ein Label für leidenschaftliche Menschen, die so wie ich Farben einfach über alles lieben. Ich denke, das Besondere an JOR ist vor allem die einzigartige Kombination aus unkonventionellem Stil, Farbigkeit und speziellen gestalterischen Elementen. Auch sehr wichtig ist für mich natürlich die besondere Qualität der Verarbeitung.

JOR bringt inzwischen zwei umfangreiche Kollektionen pro Jahr auf den Markt. Kreierst du immer noch alle neuen Designs selbst?

Ja, und es macht mir jedes Mal mehr Spaß! Aber natürlich habe ich Unterstützung. Seit vier Jahren sind wir ein festes Zweier-Team: Die Designerin Luisa Marín steht mir zur Seite. Es macht wirklich großen Spaß, mit ihr zusammenzuarbeiten, und ich verdanke ihrer Professionalität und Kreativität sehr viel!

Gibt es einen Modemacher, der dich inspiriert? Der so etwas wie eine Art Idol für dich ist?

Da gibt es zwei. Tom Ford: anspruchsvoll, unglaublich kreativ, mit einem wirklich guten Geschmack, den man nur selten findet. Und Coco Chanel: die legendäre Erneuerin der Mode, mit ihrem besonderen Gespür für das Einfache, das den einzig wahren, den wirklichen Luxus ausmacht. Was mich auch immer wieder inspiriert: die Natur selbst – sie ist der beste Designer, den man sich vorstellen kann. Die unendlich vielen verschiedenen Mischungen aus Farben und Formen, die sie hervorbringt, sind immer schön.

Haben schwule Männer einen besseren Modegeschmack als Heteros?

Klar haben schwule Männer einen besseren Geschmack als Heteros; das hat vielleicht mit unserer femininen Seite zu tun. Wir schätzen schöne Dinge einfach mehr, und die meisten von uns erkennen mit einem Blick, was schön ist und was nicht.  Und dann möchten wir das Schöne natürlich auch haben!

Gibt es etwas, das du nie im Leben anziehen würdest?  

Wenn es um Mode geht, sollte man niemals „nie“ sagen, finde ich!

Willst du dein Leben lang Mode machen?

Mode ist meine Leidenschaft und mein Leben. Ich bin ziemlich sicher, dass sich das niemals ändern wird.

Der Hauptsitz von JOR liegt in Medellín. Die zweitgrößte Stadt Kolumbiens war jahrzehntelang vor allem bekannt für den mörderischen Krieg der Drogenkartelle und die Kämpfe zwischen der Regierung und den Rebellen der FARC. Wie steht es heute um deine Stadt? Kann man sich als Tourist wieder dorthin trauen?

Das kann man. Medellin hat sich im letzten Jahrzehnt sehr verändert, und zwar zum Positiven. Wir gelten schon lange nicht mehr die „Drogenhaupstadt“ Kolumbiens; heute sind wir vor allem bekannt als die Wirtschafts- und nicht zuletzt auch als die Fashion-Metropole unseres Landes. Es gab ein stetiges Wachstum, den Leuten hier geht es besser als früher. Die Grundstimmung ist nicht mehr Angst, sondern Lebensfreude. Das größte Risiko, das man bei uns heutzutage als Tourist eingeht, ist, dass man keine Lust mehr hat, wieder nach Hause zu fahren!

Was sollte man sehen, wenn man Medellín besucht?

Zum Beispiel den wunderschönen Arvi Park. Er liegt am Rande der Stadt, an den Berghängen, die die ganze Stadt umgeben. Er ist sehr beliebt, sowohl bei den Einheimischen als auch bei Besuchern von außerhalb. Sehr sehenswert ist auch der lebendige Innenstadt-Bezirk El Poblado, wegen der vielen Shopping-Möglichkeiten und vor allem auch wegen seines tollen Nachtlebens. Und natürlich sollte man unbedingt auch in meinen Fashion-Store in der Via Primavera vorbeischauen!

Du kennst Berlin. Was ist deiner Meinung nach der größte Unterschied zwischen der deutschen Hauptstadt und deiner Heimatstadt?

Berlin ist eine meiner Lieblingsstädte in Europa, ich war bisher zweimal dort. Berlin ist schick und kultiviert, Medellín ist das vielleicht weniger, dafür aber sehr gastfreundlich. Die meisten Menschen in Berlin sind gut erzogen und höflich, die Menschen bei uns sind vor allem sehr herzlich. Was beide Städte gemeinsam haben ist ihre Fähigkeit, gestärkt aus schweren Zeiten hervorzugehen, sich immer wieder neu zu erfinden.

Nicht wenige deutsche schwule Männer fahren total auf den sogenannten “Latin Lover” ab. Und wie ist es bei dir? Stehst du auf deutsche Männer?

Durchaus. Deutsche Männer sehen gut aus, sind immer für Sex zu haben, und die meisten von Ihnen haben auch unter der Gürtellinie so einiges zu bieten …

Du hast gerade deine neue Frühjahrs-Sommer-Kollektion auf den Markt gebracht. Was unterscheidet sie von deinen früheren Kollektionen?

Meine neue Kollektion habe ich „Made in Colombia“ genannt. Beim Design habe ich mich von den wunderschönen und vielfältigen Landschaften Kolumbiens inspirieren lassen, von seinen Städten und seiner Geschichte. Ich habe Styles entworfen, die zum Beispiel CARTAGENA, TATACOA, CHOCO und SALENTO heißen. Cartagena ist eine der schönsten Städte Kolumbiens und eine der ersten Stadtgründungen der spanischen Konquistadoren im Norden Südamerikas überhaupt, Tatacoa eine berüchtigte, aber unglaublich malerische Wüste mitten im Herzen des Landes, Choco ein unwegsames Dschungelgebiet an der Pazifikküste mit kilometerlangen paradiesischen Stränden. Salento ist eins unserer größten Kaffeeanbaugebiete. Meine neue Kollektion repräsentiert – vielleicht mehr als alle vorhergehenden – die Vielfalt, die Farben und die Leidenschaft meiner Heimat.

Die neue Swimwear Kollektion

Die neue Kollektion im Video